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Biografie Wolfgang Sacher

Tour Transalp – 6. Tag

Danke, Trainer!


Gestern habe ich noch gejammert, dass der Tag so anstrengend war. Doch im Vergleich zum sechsten Abschnitt war das eine erholsame Urlaubstour. Von Livigno aus mussten wir nach Kaltern über 180 Kilometer mit fast 4.000 Höhenmetern radeln – eigentlich eine Strecke für zwei Tage.

Wir wollten uns die Kräfte gut einteilen, damit wir diese Tortur überstehen. Mein Teampartner Christof Weiß war mir dabei eine besonders große Hilfe. Er ist Diplom-Sportwissenschaftler und einer der Geschäftsführer meines Trainingsinstitutes Europeansports. Daher weiß er ganz genau wie wir uns im Rennen verhalten müssen.

Seine Planungen beginnen morgens beim Frühstück. Da man bei so langen Fahrten sehr viel Energie verbraucht, gab es Unmengen zu Essen: Bevor wir den Speisesaal überhaupt betraten, hatten wir schon eine Schüssel Haferbrei mit Honig intus. Das schmeckt zwar genauso schlimm wie es sich anhört, gibt aber Kraft!

Unterwegs haben wir es dann sehr gemächlich angehen lassen und sind unseren Stiefel gefahren. Anfangs wurden wir oft überholt. Am dritten Berg des Tages, dem Passo Gavia, hat sich Christofs Taktik aber bereits ausgezahlt: Teams, die zuvor locker an uns vorbei geradelt sind, haben wir einfach wieder eingesammelt. Vor lauter Erschöpfung fuhren die Schlangenlinien den Berg hinauf.

Spurlos gingen die Strapazen aber auch an uns nicht vorbei: Nach vier Stunden bekam ich Probleme beim Sitzen. Das Gesäß schmerzte mich schon in den letzten Tagen – heute war es besonders schlimm. Da ich wegen meiner Behinderung nicht im Sattel aufstehen kann, muss ich alles „aussitzen“. Mehr als sieben Stunden auf dem harten Leder zu verbringen ist alles andere als angenehm – das könnt ihr euch sicher vorstellen.

Von Kilometer zu Kilometer wurden die Qualen größer. Ich begann immer wieder auf dem Sitz herumrutschen – die reinste Folter. Ich musste sogar mehrmals anhalten – meine erste echte Schwächephase bei der Transalp. Christof ist mir moralisch immer zur Seite gestanden. So haben wir kaum etwas verloren und heute, am letzten Tag, Chancen, eine Gesamtplatzierung unter den besten 25 zu erreichen. Danke, Trainer!

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