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Biografie Wolfgang Sacher

Einladung zum Iftar-Essen

Die Islamische Gemeinde Penzberg (IGP) hat mich zum traditionelles Iftar-Essen eingeladen.

Das „Iftar-Essen“ hat im Ramadan gute Tradition. In diesem Jahr begann der Ramadan am 21. August – und endet am 22. September. In dieser Zeit ist den Muslimen nach dem Koran „nichts erlaubt, was Spaß macht“. Erst nach Sonnenuntergang darf wieder gegessen werden. Das traditionelle „Iftar-Essen“ (Fastenbrechen) findet in großem Kreis statt, mit Nachbarn, Freunden und Verwandten.

Schließlich ist das Fasten nicht bloß „Hungerakrobatik“, wie schon Murad Hofmann es einmal ausgedrückt hat, sondern eine ganzheitliche Erfahrung, die körperliche, geistige und soziale Aspekte vereint. Und dass der Ramadan eine besondere, von Allah gesegnete Zeit ist, lässt sich in jedem Jahr wieder aufs neue spüren. In jedem Ramadan kann man andere Erfahrungen machen, sodass man den Fastenmonat immer wieder neu erlebt.

In diesem Jahr wird der Ramadan, der sich ja nach dem islamischen Mondkalender richtet und im Vergleich zum hiesigen Sonnenkalender in jedem Jahr um 11 Tage nach vorne verschiebt, erstmals seit Jahren wieder größtenteils vor der Umstellung auf die Winterzeit liegen. Nachdem der Ramadan seit den frühen 90er Jahren in den Winter- und dann den Herbstmonaten lag, stehen uns nun wieder die Jahre bevor, in denen er auf den Sommer und die Sommerzeit fällt. In diesem Jahr wird dies bereits spürbar sein. Es bedeutet längeres Fasten an längeren Tagen und früheres Aufstehen zum Sahur, dem morgendlichen kleinen Imbiss vor Sonnenaufgang vor dem Fastenbeginn. Der Aspekt des Durstes dürfte sich in den wärmeren Sommermonaten und an den längeren Tagen ebenfalls stärker bemerkbar machen.

Aufgrund des längeren Tages zu schließen, morgens bei der Sahur-Mahlzeit nun mehr zu essen, gewissermaßen „auf Vorrat“, ist allerdings nicht zu empfehlen. Übermäßiges Essen, sowohl vor dem Fastenbeginn als auch nach dem Fastenbrechen (Iftar), entspricht weder dem Geist und den Prinzipien des Fastens noch dem generellen Verhalten des Propheten Muhammad, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden, in Bezug auf das Essen. In hiesigen Medien wird gerne mit ausgewählten Bildern aus Ägypten oder ähnlichen Ländern das Bild von Völlereien und ausschweifendem Nachtleben nach dem Fastenbrechen gezeichnet, was der Realität des Fastenmonats und der Praxis der allermeisten fastenden Muslime jedoch nicht gerecht wird. Dass es im Islam über den verpflichtenden Fastenmonat Ramadan hinaus auch das freiwillige Fasten gibt, das viele Muslime auch praktizieren, ist ebenfalls vielen Nichtmuslimen nicht bekannt. Ramadan besteht zudem nicht nur aus Verzicht auf Nahrungsaufnahme, es bedeutet auch, dass Augen, Ohren und Zunge sich enthalten. Ramadan ist ein sich Abwenden von unwichtigen Dingen und die Konzentration auf das Wesentliche.

Es war ein sehr schöner Abend bei gutem Essen und angenehmen Gesprächen.  Herzlichen Dank für die Einladung!

Mehr Informationen zur Islamischen Gemeinde Penzberg und zum Islamischen Forum gibt es unter www.islam-penzberg.de

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